EEG Novelle 2021

Der Bundestag hat am 17. Dezember 2020 mit den Stimmen der CDU/SPD – Koalition eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Der Bundesrat hat ebenfalls zugestimmt, so dass ab dem 01.01.2021 das neue EEG gilt.

Bis 2030 sollen die erneuerbaren Energien 65% und bis 2050 mindestens 80% des deutschen Stromverbrauchs bereitstellen. Die EEG Umlage wird gedeckelt, 2021 auf
6,5 ct/kWh und 2022 auf 6,0 ct/kWh.

Bei Windkraft liegt ein Fokus auf dem Süden Deutschlands um insbesondere die Übertragungsnetze in Mitteldeutschland zu entlasten. Zur Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung können Betreiber den Standortgemeinden zukünftig 0,2 Cent pro Kilowattstunde für die tatsächliche eingespeiste Strommenge zahlen.

Wie bei der Windkraft soll auch bei der Solarenergie verhindert werden, dass alte Anlagen vom Netz gehen. Hierzu sind entsprechende Fördermechanismen vorgesehen. Für Privaterzeuger von Solarstrom wird der Eigenverbrauch bei Anlagen bis maximal 30 statt wie bislang 10 Kilowatt umlagefrei. Die Herstellung von grünem Wasserstoff soll von der EEG-Umlage befreit werden.

Für KWK Anlagen ergeben sich auch rückwirkend Konsequenzen aus dem EEG 2021. Dem Internetauftritt des BHKW Infozentrums (www.bhkw-infozentrum.de) haben wir folgende Erläuterungen entnommen:

„… Die nachfolgend beschriebenen Änderungen bei der EEG-Umlage gelten für alle Neuanlagen im Sinne des EEG 2021 – und das sind alle Stromerzeugungs-Anlagen, die ab dem 1.8.2014 in Betrieb genommen wurden. Demnach treffen diese Änderungen auch Betreiber von KWK-Anlagen, die schon mehrere Jahre in Betrieb sind.
Im Jahre 2018 wurde eine komplexe EEG-Umlage-Regelung für – im Sinne der EEG-Umlage-Regelung – neue KWK-Anlagen im elektrischen Leistungsbereich über 1 MW bis 10 MW beschlossen. Diese enthielt eine Begrenzung der EEG-Umlagereduzierung bei der Eigenversorgung auf maximal 3.500 Vollbenutzungsstunden pro Jahr und einen „Claw-Back Mechanismus“ auf darüberhinausgehende selbst genutzte KWK-Strommengen. Mit dem Energiedienstleistungsgesetz wurde diese Regelung im Juni 2019 wieder abgeschafft. Mit dem Inkrafttreten des EEG 2021 am 1.1.2021 tritt nun die komplexe Regelung in der Art und Weise wieder in Kraft, wie sie im Jahre 2018/2019 beschlossen wurde – und zwar rückwirkend zum 1.1.2018. Daher müssen KWK-Betreiber, deren KWK-Anlage ab dem 1.8.2014 in Betrieb genommen wurde, für die Kalenderjahre 2019 und 2020 mit einer Nachforderung der EEG-Umlage rechnen. …“